Eine alte Jugendliebe

Meine Follower wissSAILORNEWLOGOen um meine Tweets zum Hashtag #SailorMoon und sind wohl ganz froh, dass gestern die letzte Folge lief. Viva strahlt seit März die Serie aus und es ärgert mich ein wenig, dass ich nicht vorher schon über meine Gedanken dazu geschrieben habe. Andererseits, konnte ich mich in Ruhe an meiner Lieblingsserie aus Jugendzeiten erfreuen und sie nun aus der Perspektive einer Erwachsenen betrachten.

Worum geht es?

Ein 14-jähriges Mädchen bekommt von der sprechenden Katze Luna eine magische Brosche, mit der sie sich in eine Superheldin verwandelt mit der Aufgabe die Welt vor finsteren Mächten zu schützen und die Prinzessin des untergegangenen Mondkönigreiches wieder zu finden. Sie findet noch weitere Mitstreiterinnen die sich mit ihr dieser Aufgabe stellen. Es stellt sich heraus, dass sie selbst die gesuchte Mondprinzessin ist und der mysteriöse Tuxedo Mask, der ihr etliche Male beim Kampf gegen böse Monster geholfen hat, ihr Prinz und Geliebter aus vergangen Tagen ist. Als es im Endkampf hart auf hart kommt, gelingt es ihr die Welt, ihre Freunde und ihren Geliebten zu retten.

Soviel zur ersten Staffel, es folgen natürlich noch weitere böse Mächte, die die Erde bedrohen.

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Obwohl es damals einen sehr großen Hype um die Serie gab, wurde sie im Gegenzug auch sehr viel belächelt. Ich selbst habe Mitschülern verschwiegen, dass ich Fan dieser Serie war, um nicht großem Spott ausgesetzt zu sein. Glücklicherweise hatte ich aber die Möglichkeit mich über das neu aufkommende Medium Internet mit anderen Fans über die Serie austauschen. Meine ersten Fanfictions schrieb ich zu Sailor Moon.

Warum faszinierte mich die Serie?

Ich dachte lange Zeit es wäre schwer zu erklären, dabei ist es ganz simpel. Ich konnte mich mit den Figuren in der Serie identifizieren, schließlich sind sie Schülerinnen mit normalen Alltagsproblemen. ABER sie haben magische Kräfte mit denen sie Monster und böse Mächte bekämpfen können. Nicht zuletzt sind es natürlich auch die romantischen Elemente in der Geschichte, die mich begeisterten.

Natürlich ist sie in vielerlei Hinsicht auch sehr albern

Die Protagonistin die mehrfach die Welt rettet, so manchem Bösewicht erweicht und in der Zukunft Königin der Welt ist und gleichzeitig oft so dermaßen naiv, dümmlich und weinerlich, dass einem als Zuschauer die Tränen kommen.
Dann sind da noch die für vierzehnjährige Mädchen sehr weit entwickelten perfekten Körper, mit sehr langen Beinen, die sie mit sehr kurzen Röcken zur Geltung bringen.

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Und dann auch noch Sailor Moons Dauerfreund Tuxedo Mask, der die meiste Zeit nichts anderes tut, als sie zum richtigen Zeitpunkt vor dem Monster zu retten, in dem er eine Rose dazwischen wirft und das Monster mit einem poetischen Spruch maßregelt. Mal abgesehen davon, dass trotz ihrer langen Beziehung während der Serie so gut wie nie so etwas wie Nähe und Intimität zwischen ihnen gezeigt wird.

Vergessen wir hier auch nicht die sich immer wiederholenden Sequenzen, in denen sich die Heldinnen verwandeln und ihre Angriffe abfeuern. Je öfter man sie sieht um so mehr nerven sie mittlerweile. Ich weiß nicht ob ich sie früher mochte, zumindest habe ich sie nicht als so nervig in Erinnerung.

Elemente über die ich mittlerweile selbst schmunzeln muss und ein wenig den Kopf schütteln muss bei dem Gedanken, dass ich darauf total abgefahren bin.

Dann gibt es wieder noch Elemente die mich jetzt umso mehr beeindrucken

So zum Bespiel die Liebesbeziehung zwischen den Kriegerinnen Neptun und Uranus, die von allen Beteiligten in der Geschichte als ganz selbstverständlich wahrgenommen wird. Tatsächlich erwähnt wird diese Beziehung nie, nicht einmal eine Kussszene gibt es von den beiden. Jedoch ist zwischen den beiden Frauen mehr Nähe und Intimität zu spüren, als zwischen SailorMoon und Tuxedo Mask. In der amerikanischen Synchronisation hat man übrigens aus den beiden ein Schwesterpärchen gemacht.

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In der letzten Staffel tauchen dann noch drei weitere Sailorkriegerinnen aus einem anderen Sonnensystem auf. Im Reallife gehen sie jedoch als Männer durch den Alltag. Ein Umstand der bei den Protagonistinnen ebenfalls als sehr selbstverständlich hingenommen wird. Die drei jungen Männer verwandeln sich dann nun mal in weibliche Kriegerinnen um ihre Missionen zu erfüllen. Gibts nichts weiter dazu zu sagen.

Es ist dieses Selbstverständnis von Homosexualität, das ich heute 2014 sehr vermisse, es aber in einer sehr populären Kinderserie aus den 90ern schon vorhanden war. Das mag vielleicht auch an der japanischen Popkultur liegen, die mit diesen Themen ein wenig anders umgeht. Aber dennoch macht das die Serie für mich noch ein wenig sympathischer.

Fazit

Sailor Moon hat mich während meiner Pubertät begleitet und meine Fantasie beflügelt, in dieser Zeit habe ich sehr viel gemalt, gezeichnet und meine ersten Schreibversuche unternommen. Auch wenn ich vieles aus dieser Serie mittlerweile anders sehe, tut es diese Serie ein weiteres Mal. Denn abgesehen von der manchmal sehr kindischen Geschichten, sind die Rahmenhandlungen der jeweiligen Staffeln meist immer sehr interessant und inspirierend gewesen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Geschichten durchaus auch etwas „erwachsener“ in einem Graphic Novel oder einem Roman erzählt werden können.

Der Anime soll in Kürze wieder neu aufgelegt werden und ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt.

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Autor: mauerunkraut

geborene Trixi | wohnhaft im sogenannten Internet |

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